Insgesamt 119 Titel wurden in diesem Jahr von der Gesamtjury für die Longlist zum Jahrespreis des Preises der deutschen Schallplattenkritik vorgeschlagen, aus denen der Jahresausschuss nun zehn Kandidat:innen für die ihrer Meinung nach besten Veröffentlichungen des Jahrgangs 2026 ausgewählt hat.
Natürlich gratulieren wir allen Preistragenden, vor allem jedoch den vieren darunter, die dem musikalischen Spektrum des folker zuzuordnen sind. Da ist allen voran zu nennen Dota Kehr, die in diesem Jahr auch schon den Deutschen Weltmusikpreis Ruth erhalten hat. Sie wird ausgezeichnet für ihr Album Springbrunnen (siehe auch Rezension auf folker.world) und damit für ein musikalisch exzellentes Album mit lyrischen Texten und einer Stimme, der man sich kaum entziehen kann. Laut Jury ein „Feuer, das die Nacht erhellt und die Seele wärmt“.
Ebenfalls freuen darf sich Noura Mint Seymali, die der folker-Leserschaft noch aus Heft #3.26 in Erinnerung sein dürfte, wo sie im Schwerpunkt-Beitrag über nomadische Musik aus Afrika Erwähnung fand. Ihr Album Yenbett wurde gekürt, weil Seymali mit ihrem hypnotisierenden Gesang, dem traditionellen Winkelharfenspiel, aber auch mit Wah-Wah-Gitarre, Berber-Rhythmen und Maqam-Tonleitern bei Instrumentalstücken ein – so die Jury – Gesamtkunstwerk geschaffen habe.
Dritte im Bunde der folker-relevanten Preistragenden ist die aus der Ukraine stammende und seit 2013 in Berlin lebende Sängerin und Komponistin Ganna (siehe auch Titelstory in folker #1.24) mit ihrer Veröffentlichung Utopia. Auch auf diesem Album verarbeitet sie die Folklore ihres Landes mit Indiepop und elektronischen Klängen sowie gemeinsam mit musikalischen Gästen zum Beispiel auf Zimbal, ukrainischen Flöten oder Jazztrompete zu einem „vieldimensionalen Klangteppich“.
Und neben diesen drei Preisträgerinnen wurde auch ein männlicher Vertreter aus dem folker-Spektrum ausgezeichnet: Pàdruig Morrison aus Schottland konnte die Jury mit seiner Erstveröffentlichung Buin überzeugen (siehe hier ebenfalls Rezension auf folker.world). Der in seiner Freizeit auf den Äußeren Hebriden Schafe züchtende Akkordeonist ist zutiefst in der gälischen Musiktradition verwurzelt. Als studierter Komponist hat er über die Synthese traditioneller schottischer Musik und zeitgenössischer Kompositionen promoviert. Diese Verbundenheit mit seiner musikalischen Herkunft zeige sich auch auf Buin, die die Jury als „schlicht unwiderstehlich“ bezeichnet.






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